Thursday, November 29, 2007

Offiziell lesbisch: Miriam Meckel und Anne Will

Ganz einfach war es dann ploetzlich. Durch ein einfaches "Ja" auf die schon tausendfach zuvor gestellte Frage nach der Art ihrer Beziehung haben Miriam Meckel und Anne Will ihre private Partnerschaft ins Rampenlicht befoerdert.

Gratulation und vielen Dank an Frau Will und Frau Meckel, endlich wird die Liste versteckt lebender Lesben kuerzer!

Dass die Presse in den letzten Tagen nicht von der Thematik ablassen konnte zeigt, wie sehr in unserer Gesellschaft das Private Anderssein politisch ist.

Leicht bestuerzt bin ich hinsichtlich der grossen Zahl der "Nichtwissenwoller", die statt den unliebsamen Artikel zu ueberblaettern lieber wettern und glauben, dass der interessierte aber weitgehend unaufgeklaerte und heteronormativer Beschallung ausgelieferte Leser, wohnhaft in Buxtehude & Co, nicht existiert – ich halte ihn dahingegen fuer die Mehrheit.

Gerade deshalb ist die - wenn auch verspaetete - Nachricht der Frauen Meckel und Will ein grosser Schritt fuer eine Gesellschaft, die in Zukunft mit eher MEHR als weniger vielfaeltigen Hintergruenden, Weltanschauungen und Lebensformen umzugehen hat.

Einer Ewigkeit gleichende 10 Tage nach dem "Outing" und mehr als 50 Seiten mehr oder weniger qualifizierter Kommentare der SZ-Online-Leser, weisen wenig dezent darauf hin, dass homosexuelle Lebensweisen in der modernen deutschen Gesellschaft noch laengst nicht im Mainstream angekommen sind, geschweige denn weithin akzeptiert werden. Dennoch fuehlen sich offenbar viele Leser genoetigt, genau dies zu argumentieren. Und denken dabei vermutlich an sich und ihre Nachbarn in Kreuzberg, Soho oder im East Village. Sehr repraesentativ.

Die Ereignisse der letzten Woche sind mal wieder ein Plaedoyer fuer mehr Sichtbarkeit vielfaeltiger Lebensformen, auch wenn dazu eine Mini-Serie ueber schoene Professorinnen oder Medien-Power-Frauen publiziert werden muss!

Tuesday, November 6, 2007

Lesben in Deutschland?

Seit ihrem Coming Out Anfang der neunziger Jahre gilt die Entertainerin Hella von Sinnen als Vorzeigeobjekt deutschen Lesbentums und duerfte nach wie vor die bekannteste deutsche Lesbe sein.

Im Bewusstsein der breiten deutschen Oeffentlichkeit zaehlen eventuell noch Tatortkommissarin Ulrike Folkerts und Kabarettistin Maren Kroymann zur hauchduennen Schicht der Lesben.

War’s das schon?

Lesbische Politikerinnen?

Klar gibt’s die. Aber kaum in der ersten Reihe. Und bisher auch an einer Hand abzaehlbar. Geoutet hat sich immerhin Karin Wolff, hessische Kultusministerin und stellvertretende Ministerpraesidentin. Immer schon offen lesbisch gelebt hat die Berliner Stadtraetin Sibyll Klotz (Gruene).

Demnach gibt es unter den sich als weiblich definierenden 125 Bundestagsabgeordneten unserer zwei grossen Volksparteien keine einzige oeffentlich bekennende Lesbe. Merkwuerdig.

Lesbische Sportlerinnen?

Na klar, wie Sand am mehr! Geoutet? Wenige! Die Ausnahmen sind wohl Judith Arndt und Imke Duplitzer, beide olympische Silbermedaillengewinnerinen 2004 in Athen, die eine im Radsport, die andere im Fechten. Ausserhalb dieser "Randsportarten"? Wie sieht’s in den in Deutschland kommerziell "erfolgreicheren" Frauensportarten aus? Tennis? Schwimmen? Eiskunstlaufen? Oder vielleicht im Fussball? Fehlanzeige!

Selbst im Frauenfussball, von dem unbeteiligste Aussenstehende schon immer vermuteteten, dass alle Spielerinnen und Trainerinnen lesbisch waeren – absolute Stille!

In einer Frauensportart, die in Riesenschritten ins oeffentliche Bewusstsein der Deutschen rueckt, mangelt es an Geruechten natuerlich nicht. Keine unserer frauenliebenden Kickerinnen fuehlte sich bis dato stark genug um dem zunehmenden Interesse an ihrem Privatleben mehr als eine Berufung auf ihre Privatsphaere entgegenzusetzen. Angst vor Funktionaeren? Vor Sponsorenschwund?

Einzig und allein Nadine Angerer scheint die ganze Geheimniskraemerei gar nicht zu kuemmern: Nach ihrer Rueckkehr vom WM-Gewinn in China feierte sie erstmal bei Moebel Olfe, einer Kreuzberger Kneipe, wie sich's gehoert -- am Lesbenabend!

Sunday, November 4, 2007

Lesben im Frauenfussball -- Klappe die erste

Die uralte Frage, ob das Lesbentum unter weiblichen Fussballerinnen geheim gehalten werden muss, erfaehrt oeffentliche Diskussion. Interessant ist diesmal, dass vor allem Eltern junger Neu-Spielerinnen fuer die Geheimnistuerei verantwortlich gemacht werden. Und neue Sponsoren natuerlich.

Als ob es nicht sowieso alle vermuten... ein wahrer Schock fuer die Oeffentlichkeit waere wohl eine komplette Frauenmannschaft als hetero zu outen!

Womensoccer.de ueber Homophobie im Frauenfussball